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Balaton-Yacht.Net
Yachtcharter - Bareboat Charter - Segelyachten am Plattensee,
Balaton in Ungarn

Unsere Charterbasis befindet sich am Nordufer des Plattensees, an der Spitze der Halbinsel Tihany.
Auf den folgenden Seite finden Sie nicht nur Informationen über unsere Yachten, Preise und das Segelrevier.
Sie finden ebenfalls Wetterinformationen sowie eine Webcam. Zusätzlich gibt es Empfehlungen für Ihre Anreise mit dem Auto, dem Flugzeug, einen Routenplaner, sowie eine Suchmaschiene für billigen Mietwagen am Plattensee.
Viele interessante Berichte gibt es im Gästebuch oder in den Presseberichten.
Die Basis unseres Partners befindet sich im ca. 10 km entfernten Balatonfüred, ebenfalls an der Nordseite des
Plattensees in der Koloska Marina. Dort befinden sich die Hanse 291 und die Feeling 356
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IM MEER DER MAGYAREN (Artikel aus dem Magazin SEGELN, März 2008)
„Mitteleuropas größte Badewanne“ ist nicht unbedingt als Segelmekka bekannt; hartnäckig hält sich das Gerücht vom Schwachwindrevier Balaton. Zu Unrecht – auf dem Puszta-See mit den grünen Ufern kommen Chartercrews ganz ohne Flautenschieber aus.
Nennen Sie den Balaton ruhig Plattensee - aber schimpfen Sie ihn nie einen Steppensee! Sie würden damit Mitteleuropas größtes Binnengewässer zu einem ausgetrockneten Wasserloch degradieren. Dabei kann der Balaton mit Schwankungen seines Pegelstandes von bis zu einem Meter und kräftig laufendem Strom überraschen.
Natürlich schaffen dies Sonne und Mond nicht alleine, da muss schon der Wind nachhelfen. Wenn der 'mal kräftig aus Richtung West bläst und das Wasser aus dem Westbecken durch die Enge bei Tihany-rév ins Ostbecken presst, wird es in der Bucht von Keszthely knapp unter dem Kiel ihres Bootes. In Balatonkenese werden Sie dagegen hoch über dem Schlick schweben. Mit anderen Worten - wir haben es mit einem durchaus eigenwilligen Revier zu tun, an dem Wind und Strömung auch gerne gegenan stehen. Vor allem im Seeabschnitt östlich der Halbinsel Tihany, wo der See bis zu zehn Meter tief ist, kann die Strömung bis zu vier Knoten betragen. Pardon, oder besser "Bocsánat": eigentlich meinte ich bis zu sieben Kilometer pro Stunde, denn der Törn von Balatonkenese nach Keszthely ist hier nicht 42 Meilen, sondern 78 Kilometer lang.
"Viele meiner Kunden kommen, um einmal bei wenig Wind zu segeln", erzählte Andreas Novotny, als er uns das Schiff übergibt. Die wenigsten wissen, dass es am Balaton aus Nordwest fast so oft und nicht selten kräftiger als in Dalmatien aus Nordost blasen kann." Eine Brise davon könnten wir gebrauchen. Der Altweibersommer lastet träge auf dem See, und das, obwohl der Wetterbericht eine Front angekündigt hat. Am Neusiedlersee schafft sie es auf sieben Windstärken, das Bakonygebirge scheint ihr aber die Zähne gezogen zu haben. Schlecht für uns, denn mit einem Wind, der auf Katzenpfoten über Wasser schleicht, lassen sich die für heute geplanten 24 Kilometer nicht schaffen. Erst als ein Kollege schneller als die Flaute an uns vorbeizieht, nehme auch ich es mit dem Motorfahrverbot nicht mehr so genau, und so können wir noch vor Sonnenuntergang in die Bucht von Zánka einlaufen.
Während ich noch den Anker in den Schlick buddle, kommt einer angerudert, der sich darüber gar nicht zu freuen scheint. Schon wappne ich mich mit Unfreundlichkeit, da sagt der als erstes: "Bittarscheen!" Beim Klang dieses "Bittarscheen!" schmelze ich dahin und würde für den "Bácsi" gerne alles tun, wenn ich nur wüsste, was. Als er endlich "Fischen" aus seinem Wortschatz gekramt hat, reiße ich sofort den Anker aus dem Grund.
Segeln wie Gott in Ungarn
Deutsch spricht hier zum Glück fast jeder, denn Ungarisch ist eine Sprache, von der ich kaum ein Wort richtig aussprechen kann. Damit stehe ich nicht allein. Der Tenor Leo Slezak wollte sich ein Mal für einen kaum enden wollenden Applaus mit einem Lied aus der Puszta bedanken. Doch statt der Rührung zu zerfließen, flossen beim Publikum schon bald die Lachtränen über den Unsinn, zu dem das traurige Lied durch Slezaks Aussprache verkommen war. Als wir unseren ersten Segeltag mit einem Barack beschließen, stoßen wir deshalb mit einem "Prost!" statt mit "Egészségedre!" an, denn nur zu leicht kann dies zu "Egészségedre" vorkommen, was dann "auf deinen ganzen Arsch!" hieße.
"Viele meiner Kunden sind `Apres-Segler`, Sie übernachten in den Häfen, frühstücken in den Clubs und segeln gerade mal vormittags und nachmittags ein paar Stunden", hatte uns Andreas die schlichte Ausstattung seiner "Balaton 25" erklärt. Da wir solchen Schlendrian erst gar nicht aufkommen lassen wollen, muss er Kühlbox, Kocher und Chemieklo von seiner "Sail & Surf"-Basis heranschleppen. Das verschließbare Vorschiff wird nun zum Sanitärraum umfunktioniert und das Cockpit zur Pantry erklärt, was für eine Camping-Idylle an Bord sorgt. Weil es im September abends an Deck schon recht frisch werden kann, wärmen wir uns vorsorglich mit einem Irsay Oliver. Da kein Südwind eine Front ankündigt, die nachts aus Nordwest über uns herfallen könnte, bleibt es nicht bei einer Flasche dieses für Ungarn typischen Weißweines.
Am nächsten Morgen geht die Post mit vier Knoten ab, doch schon querab Balatonszepezd frisst die Thermik den Nordostwind auf. Bald schon finden wir uns dümpelnd in einem riesigen Regattafeld wieder. "Die Ungarn sind verrückt nach Segeln", hatte uns schon Andreas gewarnt. Er muss es wissen, schließlich lebt er davon, dass jeder Ungar, der seemännisch etwas auf sich hält, seine Sprösslinge zu mindestens einem seiner Segelkurse verdammt. Man kann ja nie wissen: Vielleicht gewinnt gerade der Junior mal das "Blaue Band". Dann wäre er jemand in Ungarn! Etwas Kleingeld bräuchte er dafür aber schon, denn diese prestigeträchtige Regatta kann heute nur mehr gewinnen, wer eine auf die Verhältnisse am Balaton abgestimmte Rennmaschine sein Eigen nennt. Wer die Kurve vom Kommunisten zum Kapitalisten noch nicht gekratzt hat, der versucht anderweitig mitzuhalten. Und sei es auch nur mit einer Jolle: "Manche würden sogar schwimmen", ist Andreas überzeugt, "denn so wie jeder Moslem nach Mekka pilgern soll, will jeder Ungar wenigstens einmal in seinem Seglerleben ums ´Blaue Band` mitsegeln."
Da diese Trophäe im Juni ausgesegelt wird, sind wir wohl in eine der kleineren Regatten geraten, deren mit Spinnakern bewehrtes Feld aber ausreicht, uns über die Zwei-Meter-Linie ins flache Wasser vor Révfülöp zu drängen. Als es mir zu eng wird, heißen wir die eiserne Genua und segeln uns mit etwas mehr als Standgas von all den Spinnakern frei, denen die Flaute schon tiefe Sorgenfalten in ihre Folienmaterialien gefurcht hat. Wenig später hat sich der von keinem Lufthauch mehr belästigte See eine solche Dunstglocke übergestülpt, dass uns nur mehr die Landmarke des Tafelberges den Kurs zum Hafen von Badacsony weisen kann.
Keine Regatta ohne "Mulatság"
"Steuert alle Häfen im rechten Winkel an! Im Herbst wisst ihr nie, ob ihr zu beide Seiten der Einfahrt noch genügend Wasser unter dem Kiel habt", hatte uns Andreas beschworen. Im Frühjahr ist dies kein Problem. Da sorgen die Niederschläge des Winters und die Zala, die bei Keszthely in den See mündet, für deinen hohen Pegelstand. Doch der kommt in den letzten Jahren auch nicht mehr an seine Höchstmarken heran. Dafür sorgen schon die zu nahe am Südufer mit ihren Villen protzenden Nachkommen von Ungarns Magnaten. Spätestens wenn sie beim ersten Nordweststurm ihre Wohnzimmer nur mehr in Stiefeln betreten können, machen sie Druck, damit die Schleuse zum Sió-Kanal geöffnet und Wasser aus dem See abgelassen wird. Nachdem die Sonne während des Sommers täglich bis zu einen Zentimeter verdunstet hat, fehlt oft schon im September ein ganzer Meter. Das ist bei einem See, der im Schnitt gerade mal drei Meter tief ist, recht viel.
Badacsony bietet uns einen Service wie eine Marina im Mittelmeer. Vor der Einfahrt fängt uns ein Schlauchboot ab und lotst uns zum Liegeplatz, wo wir uns - Flaute sei Dank - zwischen den ungewohnten Pfählen an den Steg schummeln. Dass dieser Service seinen Preis hat, merke ich, als mir der Hafenmeister die Rechnung mit einem charmanten "Dos mocht sechstausend Forint!" über das Pult schiebt. Um dies zu verdauen, verkneifen wir uns eine Fahrt mit den überall angepriesenen Jeep-Taxis, die Gehfaule auf den Weinberg hinter dem Ort karren. Nach mehr als einem Tag auf dem kleinen Boot fällt uns der Verzicht allerdings nicht schwer. Nachdem wir all die Weinbuden und die "Csárdas" genannten Wirtshäuser hinter uns gelassen haben, steuern wir das "Rózsakö Borpince Ètterem" an, das uns Andreas Novotnys praktischer Hafen- und Restaurantführer mit "Rosensteins Weinkeller-Restaurant" übersetzt und als wahrlich ungarisch empfiehlt. Die Freundlichkeit des Kellners hat unter der langen Saison ebenso wenig gelitten wie sein Geschäftssinn. Als ich zur Fischplatte einen "Grauen Mönch" bestelle, fragt er gleich: "Einen Liter?" Ich reduziere das Angebot auf einen halben Liter: "Sonst bekomme ich morgen Ärger mit der Wasserschutzpolizei. Ihr habt doch in Ungarn 0,0 Promille?" "Die gelten nur für Autofahrer", versichert uns der dienstbare Geist treuherzig, "bei Seglern nimmt es die Polizei nicht so genau". Wir glauben ihm nur zu gerne. Im Hafen sind wir froh, dieses rein biologische Schlafmittel so reichlich genossen zu haben, denn die Crews der Regattaschiffe scheinen bei einem Mulatság - einer Art Grillparty an Bord - die Nacht zum Tag machen zu wollen.
Hätten wir eine Woche Zeit, würden wir morgen mit Kurs Westsüdwest nach Keszthely segeln. Dort könnten wir uns im Barockschloss der Festetics von jenen k & k Zeiten erzählen lassen, die nun schon seit fast neunzig Jahren Geschichte sind. Nach einem Törn entlang der Südküste würden wir von Siófok Ballermann wohl recht lautstark in die Gegenwart zurückgeholt werden.
Da wir nur einen Wochenendtörn gebucht haben, müssen wir die Kreuzeigenschaften unserer Balaton 25 ausreizen, um Andreas nicht warten zu lassen. Der Abend mit Österreichs bis dato jüngstem Segellehrer, der sich mit 23 Jahren nicht gescheut hatte, einen gewaltigen Schuldenberg aufzuhäufen, um sich im damals noch kommunistischen Ungarn eine Existenz aufzubauen, entschädigt uns dafür. Er hadert, beim Kalbsgulasch im "Oázis" auch nicht mit der kurzen Saison, denn bevor sich die sommerliche Badewanne in einen winterlichen Eislaufplatz verwandeln kann, wird er als Segel-, Surf- und Tauchlehrer in wärmere Gefilde übergesiedelt sein. Südafrika steht diesmal auf dem Winterfahrplan, nächstes Jahr sind es vielleicht die Seychellen oder die Malediven. Schön, dass so viel Individualität im harten Chartergeschäft noch bestehen kann.
Carl Victor

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